Hacienda Napoles: Pablo Escobars berühmtes Anwesen

 

Der wohl bekannteste und berüchtigstes Wohnsitz Kolumbiens existiert immer noch und ist eine wahre Touristenattraktion. Tiere aus aller Welt, eine Stierkampf- und Event Arena, ein riesiges Anwesen im Dschungel, eine eigene Start- und Landebahn und mehrere wunderschöne Häuser. Nichts hat den Mythos des Pablo Escobar so sehr geprägt wie die Hacienda Napoles.
Heute ist die Hacienda ein gemeinnütziger Freizeitpark. Es soll keine Touren, geben die den Drogenboss und dessen Reichtum zelebrieren. Denn er verursachte zu viel Leid und war zu für zu viele Tote in Kolumbien verantwortlich. Wir haben die Reise dorthin zu zweit von Medellin aus angetreten, ob es sich gelohnt hat lest ihr hier.

Was gibt es zu sehen?

Nachdem Pablo Escobar von seinem Anwesen fliehen musste, verrottete es zunehmend und der Dschungel nahm sich zurück, was ihm gehörte. Bis die Hacienda Napoles eben zu jenem Freizeit- und Wasserpark umgebaut wurde, der sie heute ist. Auch einige der damals stehenden Attraktionen, wie die Stierkampfarena und die Dinosaurier, die er für seinen Sohn aufstellen ließ, wurden restauriert. Heute findet sich dort einiges wieder, wegen denen die Kolumbianer sich schon damals die Füße in den Bauch standen. Heute ist der Eintritt im Gegensatz zu damals aber nicht umsonst. Das berühmte Eingangstor, mit dem Flugzeug in dem Pablo seine erste große Kokainlieferung in die USA brachte wurde verschoben und um lackiert. Heute findet davor ein riesiger Selfie Wettkampf statt.
Die Dinosaurier ließ Pablo Escobar für seinen Sohn aufstellen. Der lebt heute in Argentinien als Architekt.

 

 

Auf der Hacienda lebte Pablo Escobar nicht nur, er genoss sein Geld und seinen Ruhm ausgiebig. Deshalb veranstaltete er regelmäßig große Events und ließ sich zum Beispiel in der Stierkampfarena feiern.
Bilderausstellung: Pablo Escobar in der Stierkampfarena
Die verlassene Stierkampfarena nach Jahren
Die Arena heute
Im Safari Park gibt es eine Vielzahl an Tieren zu sehen, die Pablo Escobar illegal und teilweise unter unwürdigen Bedingungen aus aller Welt nach Kolumbien auf die Hacienda schaffen ließ. Nach Escobars Flucht wurden die Tiere dann auf die Zoos in ganz Kolumbien verteilt. Erst als der Park zum Freizeitpark umgestaltet wurde, wurden einige wieder angesiedelt, denn sie haben dort eine wunderbare Umgebung. Die Nilpferde fühlen sich sogar so wohl, dass sie sich schneller fortpflanzen als ihre Artgenossen in Afrika. Sie entwickeln sich mittlerweile zu einer regelrechten Plage.
Vanessa, das berühmte Nilpferd der Hacienda
Neben den Nilpferden gibt es Löwen, Tiger, Elefanten, Nashörner, Schildkröten, Jaguar, Sträuße und viele weiter Tiere zu sehen. Man ist näher an den Tieren als in den meisten Zoos, was dem ganzen tatsächlich eine Art Safari-Feeling verleiht. Escobar nutzte die teils sehr gefährlichen Tiere angeblich als eine Art Hindernis für seine Feinde.
 

Seine Häuser wurden nicht wieder aufgestellt, einzig der Pool an Gutavos Haus ist der Gleiche und dient heute als Pool eines Hotels. Im alten Pferdestall befindet sich heute ein Gedenkmuseum mit alten Bildern von Escobar, aber auch von seinen Gräueltaten. Die Bilder waren wirklich sehenswert. Nahe dem alten Flugplatz sind die Wracks der Autos aus Escobars alter Sammlung ausgestellt, die bei der Explosion im Edifico Monaco zerstört wurden. Das ist aber auch schon alles, was an den alten Besitzer des Geländes erinnert.
Bilderausstellung: Pablo Escobars Haus auf der Hacienda Napoles
Gustavos Pool steht heute noch
Neu dazu gekommen sind die Wasserparks, die nichts mit dem ehemaligen Besitzer zu tun haben. Das Safari-Motto wurde allerdings übernommen und einige Tierfiguren wie Nilpferde in die Wasserparks eingebaut. Es gibt zwei Wasserbereiche mit große Becken. Der eine, bei dem man nur mit der teureren Eintrittskarte, dem Adventure Pass, Zutritt erhält, besitzt mehreren teils schnellen Rutschen, eine kleine Zip-Line, einen Wasserkanal und eine Reifenrutsche. Der Wasserpark macht Spaß, dennoch gibt es bessere Wasserparks auf dieser Erde und ich fand es den Preis nicht unbedingt Wert.
Gut zu Wissen: Man muss sich einen Spind mieten, um Zutritt zum Wasserpark zu erhalten. Es dürfen keine Gegenstände, wie Kleidung, Handtücher oder Rucksäcke mit in den Wasserpark genommen werden. Kostenpunkt 3000 COP + 5000 COP Pfand.

 

 

Welche Pässe gibt es?

 

Salvaje: 42.000 COP, enthält den Eintritt zum Park. Wer nur Tiere und das Museum sehen will, ist ist hiermit gut bedient
Adventure: 59.000 COP, enthält zusätzlich eine neue Dinosaurier-Attraktion und den Octopus Pool, der nicht wirklich spannend ist
Safari: 80.000 COP, enthält Zugang zu allen Pools und Wasserattraktionen
Plus: 127.000 COP, gilt für zwei Tage und enthält alles was der Adventure-Pass auch enthält.
Für einen Tag mit An- und Abreise reicht der Salvaje Pass völlig, außer ihr wollt noch kurz baden gehen. Bei unserer Anreise mit dem Bus und der Fahrt mit dem TukTuk reichte es gerade einmal für eine Stunde im Wasser, was mit den langen Schlangen vor den Rutschen und Umziehen nicht wirklich viel Zeit ist.

 

Wie komme ich zu Hacienda Napoles?

Die Hacienda befindet sich zwischen Medellin und Bogota (3:15 Std. von Medellin, 4:30 Std. von Bogota). Sie befindet sich in der Nähe des Ortes Doradal.
Nun gibt es natürlich zwei Optionen den Themenpark anzusteuern, entweder mit einer Tour oder auf eigene Faust. Was sich mehr lohnt, kommt natürlich darauf an, was ihr von der Tour erwartet und wie viel Zeit ihr euch nehmt.
 
Option 1: Buchung einer geführten Tour
Es werden viele Touren Angeboten, so zum Beispiel in unserem Hotel eine Bustour, die Folgendes beinhaltete:
Transport inklusive Abholung am Hotel (Hin und zurück)
Frühstück
Mittagessen
Eintritt, inklusive des Adventure Passes (Safari Pass für 8 U$ Aufpreis)
Tour Guide (Englisch-Spanisch)
Kosten 77 U$
Uns hat hierbei vor allem die frühe Startzeit von 4:30 Uhr am Morgen abgeschreckt.
Option 2: Auf eigene Faust
Auf eigene Faust fährt man mit der Metro zum nördlichen Busbahnhof (Terminal Norte), die Metro hält direkt dort. Aus Faulheit nahmen wir das Taxi für ca. 7000 COP von el Poblado aus. Wir starteten um 9 Uhr und hatten so nur 5:30 Stunden statt 6 Stunden im Park. Am Schalter eines lokalen Busunternehmen könnt ihr euch ein Ticket nach Doradal kaufen. Die Kosten für das Ticket betragen für die Hinfahrt 28.000 COP pro Person und fährt ungefähr alle 30 Minuten.
Nach 4 Stunden Fahrt inklusive einer Pause an einem Restaurant, an dem auch der Fahrer sein Mittagessen zu sich nahm, kommt man dann am Busbahnhof an. Wir haben uns gleich um die Rückfahrt-Tickets mit dem letzten Bus um 17:30 Uhr gekümmert. Am Busbahnhof kann man dann alle Pässe für die Hacienda zum Originalpreis kaufen. Nicht inbegriffen, der Transport dorthin. Deshalb wird ein TukTuk Fahrer gerufen. Dieser verlangt 15.000 zur Hacienda, um ehrlich zu sein etwas viel für die ca.1,5 Kilometer lange Fahrt. Für eine Tour durch den Park verlangt ein zweiter Fahrer dann nochmal 50.000 COP. Das hat sich hingegen schon gelohnt. Zwar gibt es im Park eine gratis Bahn, aber vom Tor mit dem Flugzeug zum eigentlichen Eingang sind es gut und gerne nochmal 2 Kilometer über einen Feldweg.

Noch dazu zeigt euch der TukTuk Fahrer alle Attraktionen im Schnelldurchlauf, was bei der größe des Geländes auch nötig ist. Er versuchte, auch ähnlich einem Guide alles zu erklären, auch wenn die Sprachbarriere ein wenig im Weg stand. Unser Spanisch ist mittelmäßig, wenn eures besser ist, umso besser. Falls ihr Zeit und Geld habt, ist durchaus eine Übernachtung möglich, so könnt ihr alles sehen und euch Zeit lassen und den Plus-Pass für zwei Tage kaufen. Es ist auch möglich, im Park zu Übernachten und mit dem Auto anzureisen.
Im Park gibt es auch Restaurants, die zu fairen Preisen Essen Anbieten. Menüs wie Burger oder Nudeln mit Hähnchengeschnetzeltem inklusive Getränk liegen bei ungefähr 20.000 COP (ca. 5,70€).

Insgesamt kamen wir mit unserer Tour auf eigene Faust auf einen Preis von 179.000 COP pro Person.
 
2x 7.000 COP Taxi zum Busbahnhof
2x 28.000 COP Hinfahrt
2x 28.000 COP Rückfahrt
2x 15.000 COP TukTuk zum Park
1x 50.000 COP TukTuk Parkführung
2x 80.000 COP Safari Pass
2x 13000 COP Essen
1x Spind 3000 COP + 5000 COP Pfand
= 179.000 COP (ca. 53€)
 
Mit einer Tour wären wir bei ähnlichen Leistungen mit 85 U$ (ca. 144.000 COP) zwar billiger dran gewesen, hätten aber auch um 4 Uhr aufstehen müssen. Aus Zeitmangel hätten wir wahrscheinlich auch das TukTuk für 50.000 COP genommen und wären so bei einem ähnlichen Preis gelandet, Touren können sich also lohnen.

 

Fazit: Hat es sich gelohnt?

Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall, das Gelände ist einfach riesig und interessant. An einem Tag mit An- und Abreise wird es schwer, wirklich alles zu sehen. Eine Tour kann sich unter Umständen lohnen.

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