Ein Erfahrungsbericht zum Grenzübertritt über eine der härtesteten Grenzübergänge der Welt. Die Spannungen zwischen Israel und seinen muslimischen Nachbarländern sind bekannt. Zwischen Jordanien und Israel gibt es drei Möglichkeiten, die Grenze zu überqueren. Die König Hussein Brücke ist dafür berüchtigt, dass sie keine richtige Grenzstation ist, sondern im eigentlichen Sinne nur ein israelischer Checkpoint im Westjordanland. Es ist aber der schnellste Weg von der Hauptstadt Amman nach Jerusalem. Die anderen Grenzstationen befinden sich im Norden und im Süden bei Eilat.
Mit langen Befragungen und noch längeren Wartezeiten sollte bei diesem Grenzübertritt also gerechnet werden.
Insgesamt benötigten wir 5 Stunden von Amman nach Jerusalem, obwohl die beiden Städte nur gut 73 Kilometer trennen. Dieser Grenzübergang ist als ein absolutes Abenteuer bekannt, gestaltete sich für uns letztlich doch relativ entspannt.
Los ging es um 8:30 Uhr morgens mit dem Taxi für 25 JD. Es fahren normalerweise auch Mini-Busse (außer Freitags) und ein JETT-Bus um 6 Uhr morgens zur Grenze. JETT-Bus ist die große Jordanische Fernbus Organisation. Das Taxi brachte uns in circa einer halben Stunde direkt zum Grenzübergang, an dem es zur Fuß weiterging. Leider ließ der Fahrer uns am falschen Gebäude raus, was kurzzeitig für Verwirrung sorgte.
Seid ihr dort, achtet darauf, in das Gebäude mit der großen Wartehalle und an den Schalter, an dem fast nichts los ist oder ausschließlich Touristen anstehen, zu gehen. Die Schalter an der anderen Seite sind wirklich voll und haben meist lange Schlangen dahinter. Erkennbar ist der Schalter an einem mit Textmarker und Bleistift gemalten Zettel mit der Aufschrift „Tourist“. Dort holt man sich einen Zettel, auf den man seine persönlichen Daten schreiben muss.  Den Zettel kann man auch am leeren Schalter daneben holen, hier ist also kein wirkliches Anstellen nötig. Mit dem ausgefüllten Zettel stellt man sich dann an und gibt seinen Reisepass inklusive Zettel ab. Der Beamte hinter der Glasscheibe stempelt das Ganze dann und reicht es an seinen Kollegen nebenan weiter. Hier muss man dann die Ausreisegebühr von 10 JD zahlen. Danach kann man sich hinsetzen und auf den Bus warten. Wundert euch nicht, wenn sie euren Pass einbehalten, der wird im Bus mit zwei weiteren Zetteln darin wieder verteilt.
Die allgemein schlechte Organisation von Jordanischer Seite ist schon auffällig. In unserem Fall sagte uns der Beamte, der eigentlich kassieren sollte, wir sollen uns hinsetzen. Er machte ein Teepause und wir stiegen in den Bus. Daraufhin musste der komplette Bus nochmal aussteigen, damit wir die Ausreisegebühr zahlen konnten. Wichtig ist, als Touristen müsst ihr euch keine Bus Tickets im Vorhinein kaufen, also auch nicht in die lange Schlange einreihen.
Irgendwann werdet ihr dann abgeholt und zum speziellen Touristen-Bus geführt. Der letzte Bus am Sabbat fuhr um 10:40, also sollte man spätestens um 10:00 dort sein, sonst schafft man es unter Umständen nicht mehr. Der JETT-Bus ist die einzige Möglichkeit, auf die andere Seite zu kommen und kostet 7JD pro Person und 1,50 JD für jedes Gepäckstück. Dann geht es durch längere Bus-Staus durch die Wüste in Richtung israelische Grenzstation. Irgendwann wird noch einer der beiden Zettel, die ihr bekommen habt, abgerissen. Diesen solltet ihr also nicht verlieren! An der Grenzstation muss man aussteigen, es folgt die erste Passkontrolle. Dort wird nur gecheckt, ob man überhaupt einreisen darf. Für deutsche Staatsbürger kein Problem, sofern man nicht vor 1920 geboren ist, denn so gibt es das Visum on-Arrival. Danach geht es durch Sicherheitsschleusen wie an einem Flughafen und man wird nach Waffen oder ähnlichem durchsucht. Nach dieser Kontrolle geht es zur eigentlich spannenden Kontrolle. Ich machte mir Sorgen wegen meiner sechs arabischen Stempel im Pass. Tatsächlich wurden wir aber nur gefragt, was wir in Israel machen wollen und wurden ohne weitere Fragen durchgelassen. Tatsächlich kam unsere Aussage „Party and Girls“ beim Grenzbeamten so gut an, dass er sich mit uns auf ein Bier im Hostel in Tel Aviv verabreden wollte. Übrigens stempelt Israel die Pässe generell nicht mehr, sondern man erhält eine Einreisekarte mit Strichcode sowie eine Ausreisekarte. Diese Zettel sind also ebenfalls wichtig, nicht verlieren! Hinter uns stand eine Frankfurterin mit palästinensischen Wurzeln, die erzählte, dass sie an diesem Übergang 15 Stunden in einem Befragungszimmer verbracht hat. Es kann also auch ganz anders laufen. Vom Checkpoint fahren dann – auch am Sabbat – Gruppentaxis. Die kosten 45 Schekel nach Jerusalem. Vom Damaskus Gate kommt man dann mit dem Sherut in jeden Ort des Landes.
Insgesamt dauerte es von Amman nach Jerusalem fünf Stunden, wir hatten aber keine größeren Probleme bei der Reise.  Abenteuerlich und ein wenig nervtötend, aber mit ein wenig Zeit  ist es wirklich machbar, diese Grenze per Landweg zu überqueren.